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Was bieten internationale Apotheken?

Internationale Apotheken besorgen ausländische Arzneimittel, dürfen sie aber nicht vorrätig halten. Außerdem können sie die Kunden oft auch in Fremdsprachen beraten
von Barbara Kandler-Schmitt, 04.12.2017

Vielseitiges Team: Apothekeninhaber Dr. Klaus Joachim (rechts) und Dr. Christian Fehske samt Mitarbeiterinnen

W&B/Henning Ross

Um die Zusatzbezeichnung "Internationale Apotheke" hat Dr. Klaus Joachim Fehske lange gekämpft. Mit seiner Klage gegen die Apothekerkammer Westfalen-Lippe war der Apotheker aus Hagen bis vor das Bundesverwaltungsgericht gezogen – wo er 2008 gewann.

Fehske ist Experte für ausländische Arzneien, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Mit einer eigenen Importfirma, ausländischen Datenbanken sowie einem Team, das 25 Sprachen spricht, kann er die Mittel bei Vorlage eines ärztlichen Rezepts innerhalb weniger Tage beschaffen.

Keine klare Definition

Doch weil auch internationale Apotheken keine ausländischen Medikamente vorrätig halten dürfen, hatte die Bundesapothekerkammer die Zusatzbezeichnung 1998 als "irreführend" verboten. Die meisten Betroffenen nahmen diese Entscheidung hin. Nicht Fehske: "Das habe ich einfach nicht eingesehen." Dank seiner Hartnäckigkeit bekam er zehn Jahre später die Erlaubnis, seine Apotheke weiterhin "international" zu nennen.

Im Apothekengesetz und der -betriebsordnung existieren weder der Begriff noch spezielle Anforderungen an "internationale" Apotheken. In Deutschland unterscheiden sie sich rechtlich nicht von den übrigen, verfügen allerdings über fremdsprachlich geschultes Personal und zusätzliche Kenntnisse:

Welche Leistungen muss eine internationale Apotheke erbringen?

  • Mit einer eigenen Importfirma lassen sich ausländische Arzneimittel innerhalb weniger Tage beschaffen
  • Ausländische Datenbanken und Arzneibücher verschaffen den notwendigen Überblick
  • Fremdsprachige Mitarbeiter beraten ausländische Kunden in ihrer Landessprache

Schneller Import ausländischer Medikamente

"Internationale Apotheken dürfen ausländische Arzneimittel ebenso wenig vorrätig halten wie andere, können sie aber bei Bedarf schneller beschaffen", erklärt Juniorchef Dr. Christian Fehske. Denn Preise und Liefergeschwindigkeiten sind von Land zu Land verschieden. "Deshalb holen wir in der Regel mehrere Angebote ein", erklärt der Fachapotheker für Arzneimittelinformation.

Grundsätzlich darf aber jede Apotheke Medikamente importieren. Allerdings nur, wenn sie in Deutschland nicht verfügbar sind – etwa weil sie nicht zugelassen oder wieder vom Markt genommen wurden oder derzeit ein Lieferengpass besteht. "Damit die Kassen ausländische Arzneien erstatten, muss zuvor ein begründeter Kostenvoranschlag eingereicht werden", erklärt Klaus Joachim Fehske.

Eine ärztliche Verordnung ist nötig

Der Patient muss zudem eine in der EU ausgestellte ärztliche Verordnung vorlegen – auch für in Deutschland nicht zugelassene rezeptfreie Präparate. "Zuerst prüfen wir, ob bei uns ähnliche Mittel unter anderem Namen auf dem Markt sind", sagt Christian Fehske. "Nur ohne vergleichbare Therapiemöglichkeit dürfen wir Arzneimittel importieren. Medikamente einzuführen, weil sie im Ausland billiger sind, ist für uns verboten." All das erfordert aufwendige Recherchen.

"Die Beratung zu internationalen Arzneimitteln gehört zu unserem Steckenpferd und ist im Preis der Medikamente inbegriffen", betont Seniorchef Fehske. Bei der Beratung ausländischer Kunden sei die Vielsprachigkeit seiner Mitarbeiter ein großes Plus: "Die bunte Vielfalt der Gesellschaft spiegelt sich in unserem Team wider. Und die Kunden schätzen es sehr, wenn sie in ihrer Landessprache beraten werden."



Bildnachweis: W&B/Henning Ross

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